Coole Freunde
Jugendfeuerwehren Berchtesgadener Land

So arbeiten wir

Die Aufgaben der Feuerwehr gliedern sich in vier Hauptaufgaben: Retten, Löschen, Bergen und Schützen.

Die Feuerwehr wird also bei Unfällen und Notständen, der Schadensbekämpfung und bei Bergungsarbeiten tätig. Es gibt Berufsfeuerwehren, freiwillige Feuerwehren und Werksfeuerwehren bei größeren Unternehmen oder z.B. am Flughafen die Flughafenfeuerwehr.

Wie funktioniert eine Feuerwehr?

Wird die Feuerwehr zum Einsatz gerufen, agiert sie nach einer vorgegebenen Struktur. Sie ist beim Löscheinsatz in der Brandbekämpfung und bei technischer Hilfeleistung, z.B. bei einem Verkehrsunfall gleich. Je nach Einsatzlage werden aber nur die wirklich benötigten Kräfte abgerufen. Bei einem weniger schweren Verkehrsunfall sind deshalb auch mal nur Teile des gesamten Feuerwehrzuges am Unglücksort.

So ist die Feuerwehr gegliedert:

Der einzelne Feuerwehrmann/Frau nennt sich „Truppmann“. Ein Trupp besteht in der Regel aus zwei Mann, die immer alles gemeinsam machen und gegenseitig auch auf sich aufpassen. Einer der beiden ist der Truppführer.

Die kleinste selbstständige taktische Einheit ist die Gruppe. Sie besteht aus neun Mann, dem Gruppenführer, dem Fahrer und zugleich Maschinisten, dem Melder und drei Trupps.

Gruppenführer

Der Gruppenführer führt die Gruppe und ist für die Sicherheit seiner Mannschaft verantwortlich. Er bestimmt, nach Anweisungen seines Löschzugführers, wo sein Gruppenfahrzeug aufgestellt wird, die Ordnung des seiner Gruppe zugewiesenen Raumes und gegebenenfalls den Standort der Tragkraftspritze sowie von Aggregaten.

Maschinist

Der Maschinist ist der Fahrer des Fahrzeugs und bedient die Feuerlöschkreiselpumpe, die sich im Heck seines Tanklöschfahrzeuges befindet. Er ist auch für alle anderen Aggregate, wie die Seilwinde, den Stromerzeuger usw, verantwortlich. Er unterstützt seine Kameraden bei der Entnahme der Geräte.

Melder

Der Melder übernimmt befohlene Aufgaben; beispielsweise bei der Lagefeststellung, beim In-Stellung-Bringen der Steckleiter, beim Betreuen von Personen oder bei der Informationsübertragung.

Wie arbeitet die Feuerwehr?

Wenn die Feuerwehr mit einem Standard Feuerwehrzug ausrückt oder wenn mehrere Freiwillige Feuerwehren zu einem vollständigen Zug zusammengefasst werden, siehst Du meistens diese Fahrzeuge:

  • Einen Einsatzleitwagen für den Einsatzleiter mit Kartensammlung, Funk, Arbeitstisch etc.,
  • ein Löschgruppenfahrzeug, das die Gruppe transportiert und alles benötigte Gerät für den Erstangriff inkl. Wassertank für die ersten 10 Minuten an Bord hat.
  • Des Weiteren rückt die Drehleiter an
  • und ein Gerätewagen, sowie ein Hilfeleistungslöschfahrzeug. Auch hier hat eine ganze Gruppe Feuerwehrleute Platz. Ein Hilfeleistungslöschfahrzeug kommt auch meistens bei Autounfällen oder anderen Einsätzen ohne Feuer zum Einsatz. Es hat zum Beispiel die hydraulische Rettungspreize, oder die Hydraulik Schere, eine Motorsäge usw. an Bord.

Bei einem größeren Feuer genügt ein Standardzug aber selten. Deshalb beordert die Integrierte Leitstelle, je nach Beurteilung des Notrufs durch den dort sitzenden sehr erfahrenen Disponenten, meistens gleich mehrere Feuerwehren an den Einsatzort. So hat der Einsatzleiter dann immer ausreichenden Zugriff auf notwendige Trupps und Geräte. Im Feuerwehr- und Rettungswesen gilt immer, lieber ein paar zu viel Kräfte vor Ort zu haben als zu wenige. Es ist ein bisschen wie bei einem Handwerker. Der hat auch immer gern die ganze Werkzeugkiste neben sich stehen, um auf alle Eventualitäten mit dem richtigen Gerät eingestellt zu sein.

Wenn Du im Fernsehen Nachrichten über Einsätze der Feuerwehr siehst oder im Internet Nachrichten Portal ein Foto vom Einsatz, erschließt sich Dir nicht so einfach, wie so eine Feuerwehr eigentlich arbeitet. Deshalb hier ein grober Überblick darüber, wer welche Aufgaben zu erfüllen hat.

Der Angriffstrupp

Bei Brandeinsätzen kommen direkt am Feuer die Angriffstrupps zum Einsatz. Sie retten Menschen aus verrauchten Räumen und sind dazu mit Atemschutzgeräten ausgestattet. Der Trupp führt bis zur Übergabe der Geretteten an die Rettungsdienste auch die Erste Hilfe und Erstversorgung an ihnen durch. Außerdem leistet er technische Hilfe. In der Regel rückt er mit dem zuerst einzusetzenden Strahlrohr vor. Das Strahlrohr ist die Wasserdüse am Ende des Wasserschlauches. Der Angriffstrupp richtet auch den Schlauch Verteiler ein, mit dem das Löschwasser von der Hauptleitung auf meistens drei weitere Leitungen verteilt wird. Dabei wird er vom Schlauchtrupp unterstützt oder er verlegt die Schlauchleitungen selbst.

Wassertrupp

Der Wassertrupp rettet Menschen, bringt auf Befehl tragbare Leitern oder die Drehleiter in Stellung, stellt die Wasserversorgung vom Löschfahrzeug zum Verteiler und zwischen Hydrant und Verteiler oder einer anderen Wasserentnahmestelle mit Hilfe einer motorisierten Ansaugpumpe her. Er kuppelt den Verteiler an die B-Schlauchleitung an. Diese Leitung ist im Durchmesser größer als die sogenannten C- Leitungen, die zu den Strahlrohren führen. Ist die Aufgabe erledigt, wird er Sicherheitstrupp für die unter Atemschutz arbeitenden Angriffstrupps oder übernimmt andere Aufgaben. Das kann zum Beispiel der Hilfeleistungseinsatz sein. Er muss dann auf Befehl die Einsatzstelle vor Verkehr, auslaufenden Flüssigkeiten, Einsturz oder Absturz, Brand usw. schützen. Dafür setzt er das jeweils notwendige Gerät ein.

Schlauchtrupp

Der Schlauchtrupp rettet Menschen, stellt für vorgehende Trupps die Wasserversorgung zwischen Strahlrohr und Verteiler her. Er bringt auf Befehl tragbare Leitern in Stellung und führt weitere Tätigkeiten durch. Das kann das Bedienen des Verteilers sein, das zusätzliche Einsetzen von benötigten Geräten von Beleuchtung bis Sprungtuch oder auch Be- und Entlüftungsgeräte usw. . Wenn bei einer Wasserversorgung aus offenem Gewässer mehr als zwei Saugschläuche benötigt werden, unterstützt der Schlauchtrupp den Wassertrupp. Auch der Schlauchtrupp unterstützt den Angriffstrupp und betreibt die zugehörigen Aggregate. Ist der Angriffstrupp durch die Erstversorgung verletzter Menschen gebunden oder muss er sie aus einer Zwangslage befreien, setzt der Schlauchtrupp die befohlenen Geräte ein. Auf Befehl übernimmt er zusätzliche Sicherungsmaßnahmen oder andere Aufgaben.

Um die Ordnung im Einsatz sicherzustellen, treten die Trupps und anderen Aufgabenträger nach Eintreffen am Einsatzort zur Befehlsausgabe durch den Gruppenführer am Fahrzeug an und übernehmen anschließend eilig, aber besonnen ihre Aufgaben war. Nachdem der Gruppenführer aber schon während der Anfahrt mit dem Einsatzleiter per Funk in Verbindung steht, werden die Aufgaben meistens schon im Fahrzeug verteilt und die Arbeit beginnt sofort nach dem Eintreffen am Einsatzort. Durch die klare Aufgabenteilung wird die sogenannte Chaosphase - eigentlich sollte man sie Orientierungsphase nennen - so kurz wie möglich gehalten. Ein chaotisches Durcheinander der professionellen Hilfskräfte kommt im Prinzip aber kaum vor. Das unten stehende Bild zeigt Dir eine typische Kabine eines HLF oder TLF Feuerwehrfahrzeuges. Auf unserem You Tube Kanal zeigt Dir unser Hubert Bichlmayer mit seinen Kameraden, wie so ein "HLF" Feuerwehrauto von innen aussieht.

 

Die Befehlskette sieht so aus

Der Einsatz wird vom Einsatzleiter geleitet. Er gibt seine Aufträge an die Abschnittsleiter weiter. Sie delegieren die Teilaufgaben in ihrem Abschnitt an die Löschzugführer, die ihre Gruppenführer befehligen.

Das hört sich alles ziemlich undemokratisch an und ist es auch - mit Bedacht. Denn in einem Einsatz bleibt keine Zeit für Diskussionen und es gibt auch keinen Raum zur Selbstverwirklichung oder Wichtigmacherei, wie wir das von Menschen aus dem Alltagsleben kennen. Jede Sekunde zählt, damit aus einem Unglück keine Katastrophe wird. Jeder Feuerwehrmann, jede Feuerwehrfrau, muss ihre/seine Aufgabe dort erfüllen, wo er eingesetzt wird. Er/sie darf darauf vertrauen, dass die Vorgesetzten strategisch und taktisch den richtigen, koordinierten Angriff auf das Feuer und die vordringliche Menschenrettung organisieren. Aber keine Angst, auch bei haarigen Einsätzen geht es in der Feuerwehr nicht zu wie bei militärischem Drill. Teamwork der Kameraden ist das Schlüsselwort, bei dem sich alle Beteiligten dem aus dem Unglücksfall hervorgehenden notwendigen Handeln unterwerfen.

Du siehst, die Feuerwehr bietet Dir nicht nur alle erdenklichen Aufgaben, die Deiner Neigung entsprechen. Du lernst auch ein faszinierendes „Miteinander“ von Menschen kennen. Außerdem kannst Du neben Deinem Beruf oder Deiner Berufsausbildung eine zweite Karriere aufbauen.

Nein, es gibt kein Geld für Deine ehrenamtliche Arbeit, nur den immerwährenden Dank der Menschen, denen Du und Deine Kameraden in der Not aus der Patsche geholfen haben. Du selbst wirst feststellen, dass es ein tolles Gefühl ist, anderen Menschen zu helfen. Feuerwehrleute genießen außerdem so ziemlich das höchste Ansehen in unserer Gesellschaft. Das kann Dir viele Pluspunkte z.B. bei der Bewerbung um einen Job einbringen. Denn eine Feuerwehrfrau oder einen Feuerwehrmann haut so schnell nichts um.

Aber bis Du eine voll einsatzfähige Feuerwehrfrau oder ein Feuerwehrmann bist, dauert es eine Weile. Die Aufgabe ist anspruchsvoll. Deshalb brauchst Du eine gründliche Ausbildung.